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Thomas Thiemeyer und „Der Palast des Poseidon“

Am Freitag stellte Thomas Thiemeyer im Kinder- und Jugendbuchforum der Frankfurter Buchmesse den zweiten Band seiner Reihe „Die Chroniken der Weltensucher“ vor. Nach einer kurzen Einführung, bei der das Publikum die Charaktere des ersten Bandes („Die Stadt der Regenfresser“) kennenlernte und grob erfuhr, worum sich die Geschichte in diesem Roman gedreht hatte, ging es dann los mit dem aktuellen Buch.

„Der Palast des Poseidon“ beginnt – wie schon „Die Stadt der Regenfresser“ – mit einem abenteuerlichen Prolog. Man verfolgt, wie Kapitän Vogiatzis auf dem Mittelmeer mit seinem Dampfschiff inmitten eines Sturms versucht, einen Richtungshinweis zu finden. Gerade als er einen Leuchtturm erblickt, muss er feststellen, dass mehr als eine Positionslampe am Horizont aufleuchten – und kurz darauf wird sein Schiff „Kornelia“ von monströsen Fangarmen in die Tiefe gerissen.

Abwechselnd erzählend und lesend, berichtet Thomas Thiemeyer, wie der Forscher Carl Friedrich von Humboldt und sein Assistent Oskar in die rätselhaften Ereignisse, die zum Verschwinden einiger Schiffe geführt haben, verwickelt werden. Obwohl der Autor in den actionreichen Passagen ein deutlich langsameres Tempo hält, als es ein professioneller Sprecher tun würde, liest Thomas Thiemeyer sehr mitreißend. Doch seine Stärke liegt vor allem in den eher langsamen Passagen, in denen er – zum Teil auch mit Akzent – den Figuren Lebendigkeit verleiht.

Carl Friedrich von Humboldt, der sich am Ende des ersten Bandes der Reihe um „Die Chroniken der Weltensucher“ von der Universität verabschiedete, ist inzwischen als Ermittler im Bereich „phantastischer Phänomene“ unterwegs. Um das Rätsel der verschwundenen Schiffe aufzuklären, muss er zusammen mit Oskar, dem Erfinder Hippolite Rimbault und dessen Tochter Océanne in einer Tauchglocke in die Tiefen des Mittelmeers vordringen.

Zum Abschluss seiner Lesung zeigt der Autor nicht nur das (von ihm selbst gemalte) Originalbild für das Cover, sondern gibt auch noch ein paar Informationen über den nächsten Band dieser Serie preis, und so erfährt das Publikum, dass Oskar zusammen mit Humboldt und den anderen nach Westafrika reisen wird, um sich mit dem Volk der Dogon auseinanderzusetzen. Selbst bei diesen wenigen Andeutungen wird deutlich, wie sehr Thomas Thiemeyer von diesem Volk fasziniert ist, welches schon vor langer Zeit von Sternbildern wusste, die in Europa erst in der modernen Zeit mit hochentwickelter Technik entdeckt werden konnten. Bei so viel Begeisterung für das Thema wird wohl auch der dritte Band wieder spannend werden.