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Petra Reski im Gespräch mit Denis Scheck

Nachdem im November 2009 von Petra Reski das Buch „Mafia: Von Paten, Pizzerien und falschen Priestern“ im Knaur Verlag erschienen war, präsentiert die Autorin in diesem September ihren neuen Titel „Von Kamen nach Corleone“ bei Hoffmann und Campe. Denis Scheck lobt dieses Werk als „blendend geschriebenes Buch“, bevor er auf der Frankfurter Buchmesse in einem Gespräch mit der Autorin erst einmal auf ihre persönlichen Hintergründe und ihr Interesse für die italienische Mafia eingeht.

Petra Reski erzählt davon, wie ihre Leidenschaft für Italien von dem Roman „Der Pate“ geweckt wurde und wie nahe sie sich dem dort geschilderten Familienverband fühlte, da der dort herrschende Zusammenhalt sie an ihre eigene ostpreußische Herkunft erinnere. Mit den romantischen Vorstellungen im Kopf machte sie sich also auf den Weg nach Sizilien, um das Land des Paten für sich zu entdecken. Jahre später weckten während des „Frühlings von Palermo“ die Bemühungen Giovanni Falcones und Paolo Borsellinos die Hoffnung, dass die Herrschaft der Mafia ein Ende finden könnte. Dieses führte dazu, dass sich Petra Reski journalistisch mit diesem Thema auseinandersetzte. Dabei wurde sie von dem Wunsch angetrieben mit ihren Artikeln Aufklärungsarbeit zu leisten und als Autorin die Anti-Mafia-Bewegung zu unterstützen.

Heute sieht sie ihre Aufgabe vor allem darin, den Deutschen bewusst zu machen, dass die Mafia nicht nur in der Ferne existiert, sondern auch in Deutschland schon lange fest verwurzelt ist. So spielt die Autorin in „Von Kamen nach Corleone“ erneut auf die Morde in Duisburg an und klagt an, dass die Gesetzgebung in Deutschland regelrecht für die Mafia arbeite. So bestehe zum Beispiel beim Einsatz großer Geldsummen für Bauvorhaben keine Verpflichtung, die legale Herkunft des Geldes nachzuweisen, was eine eventuelle Geldwäsche deutlich vereinfache. Energisch weist Petra Reski in diesem Zusammenhang auf eine deutsche Mittäterschaft in Bank- und Anwaltskreisen hin und betont die Notwendigkeit einer Gesetzesänderung, die ein effizienteres Vorgehen gegen solch organisiertes Verbrechen erlauben würde.

Bei all der Begeisterung, die Denis Scheck bezüglich des Schreibstils von Frau Reski und der Umsetzung dieses Sachbuchs als „Road Novel“ äußert und bei all der Leidenschaft, mit der die Autorin ihre Erkenntnisse der Öffentlichkeit mitteilen will, bleibt doch am Ende des Gesprächs vor allem der Eindruck, dass „Von Kamen nach Corleone“ nicht viel mehr ist als eine etwas ausführlichere Version ihres Titels „Mafia“.