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Michael Kleebergs „Ein amerikanisches Hospital“

Am FAZ-Stand unterhielt sich Patrick Bahners am 07.10.2010 mit dem deutschen Autor Michael Kleeberg über dessen neuen Roman „Ein amerikanisches Hospital“: Der Roman spielt 1991 in dem titelgebenden Krankenhaus in Paris. Die Französin Hélène möchte schwanger werden und kommt deshalb in das Krankenhaus, während der amerikanische Soldat David Cote dort wegen der erlittenen Kriegstraumata in Behandlung ist. Die beiden Protagonisten freunden sich an und offenbaren sich – nachdem sie eine gemeinsame Sprache gefunden haben – ihre jeweilige Geschichte.

Interessanterweise existierte die Grundidee zu Hélène bereits seit über 10 Jahren, doch erst der Storybogen um David Cote machte als Gegenpol, wie der Autor erklärte, Hélènes Geschichte erzählbar. Er habe sich bei David Cotes Hintergrund für den weiter zurückliegenden Golfkrieg 1991 entschieden, da dieser inzwischen sehr gut dokumentiert und aufgearbeitet sei. Zudem habe er z. B. Gespräche mit UNO-Berufssoldaten geführt.

Patrick Bahners sprach davon, wie intensiv manche Szenen im Leser nachwirken. Michael Kleeberg bemühte in diesem Zusammenhang folgendes Bild: So wie in einer Ausstellung der Blick des Betrachters auf ein Gemälde gelenkt wird, indem es vor einem ruhigen Hintergrund präsentiert werde, habe er sich bemüht, die entsprechenden Szenen sprachlich herauszuarbeiten. Es sei ihm darum gegangen, den Schrecken durch die Form und die Sprache zu beschreiben. Manchmal jedoch bliebe nur Schweigen…