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Derek Landy im Interview

Nachdem wir uns bereits vor vier Jahren zu einem ausführlichen Interview mit Derek Landy auf der Buchmesse trafen, nutzten wir die Gelegenheit seiner Rückkehr nach Frankfurt in diesem Jahr dazu, mit ihm kurz über den neuesten Stand der Dinge zu plaudern. Derek erzählt uns, was wir vom aktuellen „Skulduggery Pleasant“-Band „Rebellion der Restanten“ (auf Deutsch erschienen im Loewe Verlag) erwarten können, was der Rest der neunbändigen Reihe noch für uns bereithalten wird und was er an den „Gilmore Girls“ so mag. Ein übersetztes Transkript des Interviews gibt es später auf der booklove.de-Hauptseite, hier aber schon mal vorab das Video zum Interview im englischen Original. Über den HD-Button unten rechts im Player kann man sich den Clip in der besten Qualität anschauen. Die gelegentlich etwas unvorteilhafte Kameraführung liegt daran, dass das Gespräch auf die Schnelle entstand und leider keine Zeit mehr zum Aufbau des Stativs war. Wir bitten dies zu entschuldigen.

Auf der Fantasy-Leseinsel: Kai Meyer

Auch Kai Meyer ist ein Stammgast der Buchmesse und wird von seinen zahlreichen Fans sehnsüchtig erwartet. Der Autor war gut gelaunt, nur etwas in Sorge, dass am Nachbarstand eine angekündigte Musikveranstaltung das Lesungserlebnis für das Publikum trüben könnte. Erfreulicherweise war dem aber nicht so.

Kai Meyer, der laut Programm eigentlich aus „Arkadien brennt“ lesen sollte, kündigte an, er lese aus dem erst im Herbst erscheinenden dritten Band der Reihe. Dieser Band sei fertig geschrieben und werde gerade lektoriert. Allerdings könne er aktuell keinen Titel nennen und auch nichts zum Cover sagen: Erst ab April darf er – Kai Meyer – Titel und Cover öffentlich machen.

So gab es also einen schönen Appetitanreger auf der Buchmesse:

Die von Kai Meyer ausgewählte Szene spielte in einem Zug. Rosa und Allessandro sind auf der Flucht vor dem Harpyen-Malandra-Clan und stecken in diesem Zug auf Sizilien fest. Als der Zug in einen Tunnel einfährt, wird er gestoppt und die Lampen gehen aus: Der Malandra-Clan ist da und bewegt sich gnadenlos und ohne Rücksicht auf menschliche Opfer durch den Zug. Die Lesung endete in dem Moment, als eine Harpye Rosas und Allessandros Waggon betritt 😉

Der dritte Band sei, wie er ausführte, ein schnelles Buch. Wäre es ein Film, würde man Roadmovie dazu sagen. Und es werde kräftig gestorben.  Da auch Kai Meyer ein Autor ist, der gerne mit seinen Lesern spricht, stellte er sich nach der Lesung den Fragen des Publikums.

Ein wenig zum Schmunzeln brachte ihn die regelmäßig wiederkehrende Frage, welches seiner Bücher sein eigenes Lieblingsbuch sei. Es sei durchaus so, dass ihm die ersten Bände seiner Reihen am Herzen lägen und aktuell die Arkadienreihe. Was die älteren Romane anginge, so habe er häufig bestimmte Personen oder Szenen weiterhin im Kopf, auch wenn er sich an Einzelheiten der Handlungen nicht immer erinnere. Dies bedeute also nicht, dass er seine älteren Sachen nicht möge. Er habe inzwischen allerdings schon gut 50 Bücher geschrieben und Details, gerade der früheren Geschichten, gingen dann schon mal verloren. In diesem Zusammenhang erwähnte Kai Meyer auch „Die Alchimistin“ und „Die Unsterbliche“, die offenbar auch ihm aktuell wieder sehr präsent sind. Das verwundert nicht: Beide Romane erscheinen demnächst in neuer Ausgabe, und zwar intensiv von ihm überarbeitet.

Es wurde deutlich: Kai Meyer ist ein produktiver Autor. Der dritte Arkadienband ist im Lektorat, die zwei Alchimistinnen-Bücher wurden überarbeitet und aktuell entwickelt er zwei neue Konzepte. Bei dem einen Projekt handele es sich um einen im Jugendbuchverlag erscheinenden Titel, bei dem anderen um einen „Erwachsenenroman“. Er stellte aber klar, dass auch dieses zweite Buch für Leser ab 13/14 Jahre geeignet sein werde, es erscheine nur nicht in einem expliziten Jugendbuchverlag.

Und es gab weitere Fragen:
Er sehe es nicht so, dass er weibliche Hauptcharaktere bevorzuge. Vielmehr sei in seinen Romanen auch mindestens ein starken männlichen Charakter mit eigener Vita enthalten. Inspiriert zum Schreiben wurde er durch Tolkien. Er wollte eigene Welten schaffen, aber nicht unbedingt Elfen. Von den „eigenen Welten“ habe er sich aber dann doch wieder abgewandt. Er siedele seine Geschichten lieber in unserer – wenn auch verfremdeten – Welt an. Als Beispiel nannte er das Venedig der Merle-Trilogie. Andere Autoren, die ihn in den 90er Jahren inspiriert hätten, wären Clive Barker und Neil Gaiman gewesen.

Es gab also jede Menge Informationen und einen Vorgeschmack auf den demnächst erscheinenden Arkadien-Band. Der sichtbar energiegeladene und gut aufgelegte Kai Meyer und seine interessierten Fans haben die halbe Stunde auf der Fantasy-Leseinsel wahrlich intensiv genutzt!

Lesung auf der Fantasy-Insel: Bernhard Hennen

Bernhard Hennen, der seine Fans regelmäßig mit Lesungen aus seinen Büchern erfreut, kann man schon als Stammgast auf der Leipziger Buchmesse bezeichnen. Dieses Mal gab es einen kleinen Vorgeschmack auf seinen erst im Herbst dieses Jahres erscheinenden Auftaktband der „Drachenelfen“-Trilogie. Dieser Roman – und die folgenden beiden Bände – führe in die Anfangszeit der Albenmark und liege also nicht in dem durch „Die Elfen“ gesteckten „Rahmen“.

Den Fans ist bekannt, dass Bernhard Hennen lieber mit dem Publikum plaudert, anstatt eine halbe Stunde vorzulesen. So auch dieses Mal: Geduldig beantwortete er regelmäßig wiederkehrende Fragen wie zum Beispiel, ob Nuramons Geschichte fortgesetzt würde. Zur Information: Nein. Nuramon ist ein langlebiger, nicht mehr in die Albenmark zurück könnender sowie nach menschlichen Maßstäben hervorragender Schwertkämpfer. Er ist sozusagen ritterhaft und würde im Gegensatz zu seiner menschlichen Gefährtin nicht altern. Eine Fortsetzung seiner Geschichte würde, wie Bernhard Hennen augenzwinkernd klarstellte, Ähnlichkeit mit einem Film über einen gewissen schottischen Schwertkämpfer aufweisen …

Unterhaltsam schilderte der sympathische Autor dann, wie es zur Entstehung seines Romans „Die Elfen“ gekommen sei:

Nach dem Erfolg der „Herr der Ringe“-Filme und den nachfolgenden Romanen „Die Orks“ und „Die Zwerge“ sei ihm „aufgefallen, dass die Elfen fehlten. 😉 Mit seinem ersten Exposé sei der Heyne Verlag allerdings nicht einverstanden gewesen, wohl aber mit dem zweiten. Allerdings hatte sich der Verlag mit dem „o.k.“ etwas Zeit gelassen. Er habe an einem Roman gearbeitet, die Verlagszusage kam kurz vor Weihnachten. Der Veröffentlichungstermin sollte der darauffolgende Herbst sein, was eine Abgabe im Sommer bedeutete. Der Umfang des Buches sollte natürlich in etwa denjenigen der Romane „Die Orks“ und „Die Zwerge“ entsprechen, also so ca. 800 Seiten. Dies alles trug dazu bei, dass er bei seinem Bekannten James A. Sullivan anrief und wegen einer Zusammenarbeit nachfragte. Letzterer sei wahnsinnig begeistert über den Zeitpunkt der Anfrage gewesen, gab Bernhard Hennen schmunzelnd an. James A. Sullivan, der diesem Zeitpunkt mitten in seinen Magisterprüfungen gesteckt habe, sagte zu – und drohte Bernhard Hennen an, ihm die Schuld zu geben, falls es Ärger mit seinen Eltern gäbe oder aber er sogar druch die Prüfungen fallen würde. Was auch immer die Eltern sagten: die Magisterprüfungen hat James A. Sullivan jedenfalls geschafft, wie Herr Hennen anmerkte.

In der lockeren Atmosphäre ging die vorgesehene halbe Stunde schnell vorbei. Wie gut, dass die Fans Gelegenheit hatten, mit Bernhard Hennen am Signiertisch noch ein paar Worte zu wechseln.