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Wo bekomme ich das Programmheft?

Die Frankfurter Buchmesse warf ihre Schatten voraus, man organisierte das Bahnticket. Das Buchmesseteam schickt Emails: Ob man erneut einen Presseausweis beantragen möchte? Unter My Book Fair des Internetportals der Frankfurter Buchmesse könne man Termine buchen. Und natürlich fände man dort das Programm der Messe …

 

In mir regt sich eine kleine Hoffnung. Ist es denkbar, dass es in diesem Jahr nicht nur die Online-Datenbank gibt, sondern auch vorab eine Printversion des Programmheftes? Die man vielleicht sogar – wie in Leipzig – vor Messebeginn ordern und sich zusenden lassen kann? Oder die man – ebenfalls wie in Leipzig – wenigstens in der Bahnhofs- oder einer anderweitigen Buchhandlung bzw. der Tourismusinformation erhält?!

 

Meine Hoffnungen erfüllen sich leider nicht. Der Onlineauftritt der Frankfurter Messe, insbesondere die Veranstaltungsdatenbank, ist unhandlich wie im letzten Jahr. Und falls man eine Printversion des Programmheftes ordern kann, dann finde ich die betreffende Stelle nicht. Aber: Meine Frage an den freundliche Mitarbeiter der Bahnhofsbuchhandlung, ob dort ein Programmheft der Buchmesse vorhanden sei, bejaht er und nickt in Richtung Säule. Dort hänge es aus, ich könne mir Termine abschreiben … Etwas traurig schüttele ich den Kopf und mache mich auf in mein Quartier. Letztes Jahr, erinnere ich mich, gab es das übersichtliche Heft zumindest im Parkhaus auf dem Messegelände. Bestimmt – hoffentlich?  – ist es dieses Jahr ebenso.

 

Der Mittwoch beginnt und ich begebe mich zur Bushaltestelle in Frankfurt. Die Buslinie 34 soll mich direkt zum Messeparkplatz bringen, dort kann ich mir das Heft besorgen und in den Shuttlebus zu den Messehallen steigen. Als Ortsfremde frage ich den Busfahrer, als die Messeparkhäuser in Sicht kommen, wann ich aussteigen müsse. „Die nächste“ sei es und schon fahren wir an den Parkhäusern vorbei. Der Bus wendet in einer Haltestelle Rebstockbad. Ja, nickt der Fahrer, hier muss ich raus … Ich sehe die Parkhäuser, sie sind gefühlte 15 Minuten entfernt, aber auf der  anderen Seite der doppelspurigen Straße – ohne Zebrastreifen. Ich laufe erst einmal los Richtung Parkhaus und passiere nach zwei Minuten einen Parkplatzwächter. Der ältere Mann deutet meinen Blick richtig: „Gehen Sie mal weiter, dort hinten können Sie über die Straße gehen.“ Mit einem Danke auf den Lippen gehe ich weiter und tatsächlich, nach knapp 10 Minuten komme ich über die Straße und gehe auf einem schmalen Steig an Parkhauseinfahrten vorbei zu der Stelle, an der der Shuttlebus hält. Fix flitze ich in das Parkhaus zum Infostand der Messe wegen des Programmheftes. Der junge Man schüttelt bedauernd den Kopf: „Sie können ein Heft auf dem Messegelände bekommen“. Ich trotte zum Shuttle und steige ein.

 

Bei Halle 3 angekommen, begebe ich mich als Erstes zur Presse-Info, aber die Mitarbeiterin schüttelt den Kopf. Ich möge zur Kasse gehen, was ich brav erledige. Es dauert einen Moment, bis ich das Missverständnis der Kassenmitarbeiterin ausräumen kann: Ich möchte nicht den Messe-Katalog für ca. 50 Euro kaufen, sondern schlicht und ergreifend ein Programmheft (oder halt Buch). Leider gäbe es das Heft an der Kasse nicht, aber ich möge mich an den Informationspunkt gleich dort drüben wenden …

 

Und tatsächlich: Die freundliche Mitarbeiterin händigt mir ohne zu Zögern ein Programmheft aus und ich studiere die gelisteten Veranstaltungstermine für die nächsten Tage.

 

Liebe Messeveranstalter:

Ja, wir leben in einer digitalen Welt. Und ja, angesichts der Terminkoordination ist der Druck des Veranstaltungs-Programmheftes nur recht kurzfristig realisierbar. Und ja, es sind Fachbesucher, die an den ersten Tagen an der Messe teilnehmen.

Dennoch sollte es möglich sein – wie es auch Leipzig schafft -, sich eine Printversion ca. 10 Tage vor der Messe zusenden zu lassen. Und das gedruckte Veranstaltungsprogramm darf auch gerne in ausreichender Anzahl nicht nur am Informationsstand, sondern auch bei der Information des Parkhauses, der Presse und der Kasse verfügbar sein – oder sogar in ausgewählten Buchhandlungen, z. B. auf dem Bahnhof für die anreisenden Fachbesucher.

 

Denn ganz ehrlich: Ich fand die Veranstaltungsdatenbank mit der einfachen bzw. der erweiterten Suche auch dieses Jahr unhandlich. Und auch wenn ich die Möglichkeit habe, mir das Suchergebnis als pdf-Datei auf dem existierenden Netbook zu speichern bzw. auszudrucken, bevorzuge ich doch auf dem Messegelände das kompakte Veranstaltungsheft, in welchem ich blättern, anstreichen und notieren kann.

 

Nennt mich halt retro. 🙂

Island ein Ort der Ruhe?

Ob Island wirklich eine durch und durch friedliche und ruhige Insel ist, darf man nach den diversen Berichten über das (Nacht-)Leben in Reykjavík, die kulturelle Szene in Island und die vielen sommerlichen Aktivitäten der Inselbewohner auf jeden Fall anzweifeln. Aber auf der Buchmesse ist die Fläche der Ehrengastpräsentation in diesem Jahr so gestaltet, dass sie nicht nur eine gelungene Bühne für die Lesungen isländischer Autoren bildet, sondern auch zum Verweilen einlädt.

 

 

Betritt man den abgetrennten Bereich auf der Ebene 1 im Forum, so überkommt einen gleich ein Gefühl von Gemütlichkeit. Auf großen Leinwänden kann man Isländer sehen, die vor ihren Bücherregalen sitzen und lesen – ob auf dem Sofa, einem Stuhl oder am Tisch, immer mit dem Lieblingsbuch in der Hand, aus dem dem Betrachter vorgelesen wird. Natürlich nicht von allen gleichzeitig, sondern immer abwechselnd, so dass man in Ruhe von Leinwand zu Leinwand schlendern und dem jeweils Vortragenden zuhören kann.

 

 

Neben dieser Präsentation laden gemütliche Sitzmöbel und Tische zum Verweilen und Stöbern in Bücher oder zum interessanten Austausch über die ganzen Neuentdeckungen ein. Dabei herrscht trotz der nicht gerade geringen Besuchermenge eine ruhige und entspannte Atmosphäre, die nach der Hektik und der Reizüberflutung in den Messehallen wunderbar erholsam ist. Eine weitere Besonderheit der Ehrengastpräsentation stellt ein Pavillon da, der dem Betrachter durch einen Panoramafilm das Gefühl vermittelt, inmitten der beeindruckenden isländischen Natur zu stehen.

 

 

Auf der Bühne hingegen finden jeden Tag durchgehend halbstündige Lesungen isländischer Autoren statt, zum Teil sogar in deutscher Sprache, da erstaunlich viele Isländer diese hervorragend beherrschen. Hierdurch wird den Besuchern ein vielseitiger Einblick in die Literatur dieses Landes, das Leben und das Arbeiten der Autoren und viele kleine Aspekte des Alltags auf dieser Insel geboten. So kann man in diesem Bereich in gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre seine Neugier auf Island und seine Literatur stillen und die Hektik des Buchmesse für einen Moment hinter sich lassen.

Impressionen von der Frankfurter Buchmesse

In den verschiedenen Hallen auf dem Buchmessegelände konnte man nicht nur das Angebot der Verlage durchstöbern, sondern auch Gespräche mit anderen Besuchern, Autoren oder Verlagsmitarbeitern führen. Die Buchbranche des In- und Auslandes präsentierte sich und stellte vor:

Etablierte und junge Autoren, Illustratoren, Übersetzer, Comic-Künstler und Hörbuch-Sprecher fanden ebenso ein Forum wie die Publikationsindustrie, der (Papier-)Buchdruck, der Ebook-Markt (incl. Reader), digitale Medien, Schulen (incl. Schulungsgespräche), die Bibliothekare, Buchhändler (incl. Nonbook-Artikel) und diverse Vereinigungen wie z.B. die Weltlesebühne oder der Bun­des­ver­band Alpha­be­ti­sie­rung.

Es wurden diverse Preise verliehen – von dem in Bezug auf die Buchmesse etwas abwegigen Barbecue-Award über den Preis für den kuriosesten Buchtitel, das Auditorix Hörbuchsiegel, die Übersetzerbarke und den Paul-Celan-Preis und viele weitere mehr bis zum Deutschen Buchpreis.

Man konnte an Konferenzen teilnehmen, Lesungen und Hörfunkproduktionen lauschen oder als Cosplayer Spaß haben. Es gab Signierstunden, Interviewtermine, Debatten und Vorträge sowie die Möglichkeit, Buchverfilmungen zu sehen und nachfolgend z.B. mit dem Autor zu sprechen.

Argentinien als diesjähriges Gastland wurde nicht nur im argentinischen Pavillon und in weiteren (Foto-)Ausstellungen vorgestellt, sondern natürlich durch seine Literaturszene, die Autoren und Comic-Künstler, durch Blicke in und Gespräche über ihre Werke sowie deren kulturelle und gesellschaftliche Hintergründe.

Frankfurter Buchmesse 2010

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aussenmessegelaende.jpg Messe Aussenbereich2.jpg argentinien.jpg Denis-Scheck-und-Petra-Resk.jpg HoCa.jpg Gepraechsrunde Richard David Precht und Prof. Dr. Thomas Metzinger.jpg bastei-luebbe.jpg 3satbuchzeit Ariel Magnus.jpg droemer.jpg Knesebeck.jpg Gespraech mit dem Comic-Künstler Stéphane Heuet zu Proust.jpg aus Heuets Arbeiten zur Proust-Umsetzung1.jpg aus Heuets Arbeiten zur Proust-Umsetzung2.jpg aus Heuets Arbeiten zur Proust-Umsetzung3.jpg aus Heuets Arbeiten zur Proust-Umsetzung4.jpg comic.jpg tokyopop.jpg kindercomic-ecke.jpg comic-center.jpg player.jpg carlsen.jpg Messe-Aussenbereich3.jpg Thomas-Thiemeyer-BL.jpg Lesung und Gespraech zum Buch Die Hassliste.jpg egmont.jpg Gespraech - Tabuthemen in Jugendliteratur.jpg Loewe.jpg Das-Maerchen-von-der-Welt.jpg Vortrag tuerkische-Kinderliteratur.jpg taschen.jpg Kriminalliteratur-Woertche-.jpg ulstein.jpg Gesprächsrunde zu Übersetzung des Buches Laessliche Todsuenden.jpg Piper.jpg Gespräch mit M. Kleeberg.jpg diogenes.jpg Gespraechsrunde zu Muhammad Iqbal.jpg Messehallen2.jpg Weltlesebuehne.jpg Messehallen1.jpg Donata Kinzelbach liest Abdelhak Serhane.jpg Messehallen3.jpg Hoerbuch-Hamburg.jpg Hoerverlag.jpg nonbook1.jpg nonbook2.jpg Blick-aufs-Lesezelt-BL.jpg Ingrid-Noll-BL.jpg Kai-Meyer-und-Andreas-Froeh.jpg Lesezelt-von-innen-BL.jpg Wilhelm-Schmid-BL.jpg Messe-Aussengelaende-BL.jpg
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Buchmesse-Blog eröffnet!

Herzlich willkommen in unserem neuen Messeblog, in dem wir ab sofort immer zeitnah oder direkt live von der Frankfurter Buchmesse berichten werden.

Die Messe findet in diesem Jahr vom 6. bis 10. Oktober statt. Ehrengast 2010 ist Argentinien. Für Privatbesucher wird wie immer nur am Wochenende geöffnet sein – und zwar am am Samstag von 9:00 Uhr bis 18:30 Uhr und am Sonntag von 9:00 Uhr bis 17:30 Uhr. Eine Tageskarte kostet 14,- € (für Schüler mit Ausweis 7,- €), das Wochenendticket gibt es für 20,- €.