Lesung auf der Fantasy-Insel: Gerd Ruebenstrunk

Wer denkt nicht an die Jugendbuch-Trilogie um Arthur und die Vergessenen Bücher, wenn er den Namen Gerd Ruebenstrunk hört? Mit „Das Wörterbuch des Viktor Vau“ hat der Autor jetzt einen Roman für Erwachsene geschrieben und stellte ihn am Freitag auf der Buchmesse vor:

Protagonist ist der titelgebende ca. 50jährigen Linguist Viktor Vau, der beinahe autistische Eigenschaften an den Tag legt. Er ist  Einzelgänger, pedantisch und tut sich schwer mit Veränderungen. Routinen bestimmen Viktor Vaus Tagesabläufe. Hierdurch findet er die Ruhe und Konzentration, um in wissenschaftlicher Arbeit eine neue konkretere Sprache zu entwickeln. Dann aber landet eine unbekannte Raumkapsel mit einer codierten Botschaft vor der Küste eines afrikanischen Kleinstaates. Experten und Linguisten werden eingeflogen – und auch Viktor Vau wird angefordert. Er, der sogar den öffentlichen Nahverkehr meidet, muss sich auf die Reise begeben und gerät in ein Chaos durch Aktionen von Anarchisten, Geheimdiensten, Mördern …

Gerd Ruebenstrunk las selbst aus seinem neuen Roman: In der ersten Szene wurde dem Publikum der Protagonist vorgestellt. In der zweiten Passage ging es um einen Mörder und in dem dritten Ausschnitt um Agenten. Gerd Ruebenstrunks Vortrag war textsicher (natürlich) und durch Gesten, Mimik und verschiedene Stimmen auch lebendig. Gefühlsmäßig fehlte aber irgendwie das durch die letzten beiden Szenen angedeutete Bedrohliche.  Es ist denkbar, dass die erste gelesenen Szene hierfür verantwortlich war: Die textliche Vorstellung des Protagonisten zusammen mit einer gespielten Verbeugung, den Handbewegungen und der gewählten Stimmlage wirkte eher parodistisch…

Trotzdem machten die vom Autor vorgestellten Textpassagen neugierig auf das Buch. Sie lassen auf einen spannenden Roman für Erwachsene schließen, der sich mit der Sprache an sich beschäftigt und offenbar auch mit der Frage, ob man alle Entscheidungen nur aus wissenschaftlicher „kühler“ Sicht und ohne inneren emotionalen Rückhalt treffen sollte.

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