Steampunk-Lesung: „Die Götter von Whitechapel“

Aus diesem Roman des Kanadiers S.M. Peters las Oliver Graute vom Verlag Feder & Schwert am Donnerstag.

„Die Götter von Whitechapel“ ist das Romandebut des Autors und könnte, so Oliver Graute, sich zu einem der Standardwerke des Steampunk entwickeln. Das liege daran, dass Peters in seinem Roman keine klassischen fantastischen Elemente wie Magie benutze, sondern technische. Der Autor thematisiere in seinem Debütroman den Konflikt zwischen Technik einerseits (Mama Maschine und Großväterchen Uhr) und den Menschen andererseits, die von den diesen beiden neuen Göttern unterdrückt werden. Diese Götter wollen nach und nach ganz London und dann Großbritannien beherrschen. Eine Rebellion scheiterte, die versprengten Widerstandszellen werden von Kesselmännern und halbmenschlichen Goldmänteln gejagt. Und zusätzlich gibt es eine Krankheit im Whitechapel, die die Bewohner nach Infektion mehr und mehr in Maschinen verwandelt.

Zwei Szenen las Oliver Grautke  – und diese beiden waren nicht nur gut gewählt, sondern wurden auch stimmig und flüssig von ihm vorgetragen:

Zunächst wurde die Verfolgung zweier Rebellen durch Diener der Götter geschildert. Die Rebellen Aaron und Josef sind auf einem Steg zwischen zwei Türmen gefangen, die Tür hinter ihnen gibt bereits unter den Schlägen der Verfolger nach. Sie haben wichtige Informationen bei sich, aber werden sie diese noch dem Empfänger übergeben können? Josef wird von Aaron mit den Informationen vom Steg in den Industriesmog Whitechapels gestoßen – wird er überleben? Und Aaron?

In der zweiten Szene wird das Bemühen zweier Ärzte geschildert, einem mit der Maschinenkrankheit Infiziertem zu helfen. Dabei fließen Blut und Öl aus dem Patienten. Bei der Behandlung werden technische Wucherungen entfernt – und in einer ist offenbar ein „Ding“, dass sich selbst nach Entfernung noch bewegt und angreift. Ist dies die Infektionsquelle? Wird es eine Heilung geben?

Feder & Schwert haben als erster Verlag in Deutschland das neue Subgenre „Steampunk“ als eigenes Label in ihr Programm integriert. Mit „Die Götter von Whitechapel“ wird die Liste der in diesem Verlag erschienenen Steampunk-Romane jetzt fortgeführt.

Zu kaufen gab es das Buch „Die Götter von Whitechapel“ am Donnerstag nicht. Der Roman erscheint erst im kommenden Monat auf dem Markt. Nicht einmal Leseproben waren greifbar, so dass man neugierig auf das Erscheinen des Buches warten muss…